Es war wohl so etwa 20:10 Uhr am Mittwoch, als ich das Stadioninnere von Soccer City betrat! Und was soll ich sagen: Wow! Geflasht, Bombadiert von Eindrücken, emotional mitgenommen war ich allemal. Deutschland-Ghana, ein FIFA WM Spiel - und ich war so nah dran. Zum ersten Mal Spiel 39 auf Afrikanischem Boden!
Aber von vorn: Montagmorgen spontan losgefahren zusammen mit Caroline und Julia, meinen Schwestern und mit Max, einem Freund aus Windhoek.
Nach 15 Stunden Autofahrt und vier Stempel später erreichten wir Johannesburg, eine Millionenstadt mit einer Dimension, die ich so nicht erwartet hatte.
Für die erste Nacht war Unterkunft organisiert, doch was wir erst spät erfuhren, für die nächsten zwei Nächte mussten wir umdisponieren. Also wurde der erste komplette Tag in Joburg ein hektischer: Bis 14:00 Uhr mussten wir eine Unterkunft organisieren, dann rief der Kempton Park: Public Viewing Bafana Bafana gegen die zerknirschten Baguettes aus Frankreich. Unterkunft wurde nach einigen Anläufen um 15:00 Uhr gefunden. EeS haben wir verpasst, aber wir kamen pünktlich zum Anpfiff: Eine erste Halbzeit, wie im Märchen und der Gemeinschaftsglaube an ein Wunder war plötzlich so groß spürbar. Es sollte nicht reichen, aber die Stimmung blieb gut! Sowieso: Die ganze Zeit keine Spur von Gefahr, sau-freundliche und herz-sympathische Gastgeber sind die Südafrikaner!Anschließend gefeiert im Nelson-Mandela-Square in Sandton und nach 4 Stunden Schlaf zu dritt mit meinen Schwestern im Bett lautete die Mission von Tag 3 unserer Reise: Tickets besorgen: Fast jeder Südafrikaner wurde von uns angesprochen, irgendwo muss es doch noch etwas geben. Vor einer Boutique in ner Mall in Southgate, in der meine Schwestern grad der Lieblingsbeschäftigung von Frauen nachgingen, frage ich einen Kaufhaus-Cop – ein Volltreffer wie sich bald herausstellte: Er kenne da jemanden, Nummern wurden ausgetauscht und zwei Stunden später, als ich grade ZDF Kollegen im IBC besucht habe, bekam ich einen Anruf: 2000 Rand, umgerechnet 200 Euro pro Ticket sollen wir bezahlen. Wir handeln ihn auf 1000 runter, lehnen nach einigen Überlegungen aber trotzdem ab. Wir glauben die Tickets verloren.
Nach einer Stunde, wieder ein Anruf: Ok, 650 als letztes Wort, wir schlagen zu!
Das wir inzwischen ohne Auto irgendwie zum Treffpunkt mussten, durch eine Verkettung von Umständen tatsächlich immer zeitlich alles schaffen, mit einer Polizistin, die nebenbei im Dienstwagen Leute von A nach B fährt, zum Stadion transportiert werden, über abgesperrte Kreuzungen, all das macht den ganzen Tag zu einem einzigartigen Erlebnis, der mit einem Torjubel und einer tonnenvollen Ausschüttung von Glückshormonen endet.Nach wieder nur 3 Stunden Schlaf brechen wir auf über Botswana zurück nach Windhoek.
Unterwegs übersehe ich einen Backstein auf der Straße, der Reifen ist morsch und irgendwo im tiefsten Botswana treffen wir wieder herzensgute Menschen, die uns mit einem neuen Reifen helfen.
Der Abschluss einer unvergesslichen und irgendwie verrückten Tour! Viel im Auto gesessen, viel zu wenig Zeit gehabt um es Entspannt zu haben, aber alles mitgenommen was halt irgend ging. Wir sind auf Menschen getroffen, die man sofort ins Herz geschlossen hat und – wir haben Jogis Jungs von ganz nah angefeuert: Insofern sehen wir uns als Mitschuldig für den Einzug ins Achtelfinale und als Macher der Schlacht heute gegen England!























DAS FIESESTE TIER DER WOCHE: Leider ein Leopard (mit riesigen Tatzen), der gleich zwei ganz junge Kälber gerissen und Krumhuk in Angst und Schrecken versetzt hat… Das Ende des Liedes könnt ihr Euch vermutlich denken…
Imponiert hat mir die Woche auch der mit Abstand abnormalste „Outaomburaa“ (Regenbogen), den ich je gesehen habe und durch den ich quasi auch noch durchgefahren bin. Wie eine Brücke lag er auf und über dem Land – und das gleich in zweifacher Ausführung. Ich gehe sogar schon soweit dies als Naturereignis zu bezeichnen und die Experten von Galileo-Mystery sollten darüber berichten!




Ja, der neue Kurs ist da und da sind einige interessante Leute drunter. Es beginnt natürlich alles etwas zögerlich, die kennen lern Phase wird noch was laufen, aber irgendwie wird das schon witzig werden. Kommende Woche steht ja allen eine Herausforderung bevor – denn nächsten Sonntag solls heißen „Kölsch op Afrikanisch Vol.2“.
Babalas Stimmung war das diese Woche aber auch deshalb, weil ich irgendwie selten sau gute Laune hatte – was in diesem Land bisher eigentlich selten der Fall war. Irgendwie viel Arbeit, oft müde gereizt gewesen.
ALTES NAM-SPRICHWORT VOL. 02/2010: Jerre, passop ou tatsch meine tschik noch einmal und ich klapp Dich muhrr tu!
Ich habe in dieser Woche neue Dinge gesehen. Zum Beispiel Windhoek von Oben. Ein (verbotener) Aussichtspunk ist die Entdeckung der Woche und gehört ab sofort zum Pflichtprogramm aller derjenigen, die uns mal besuchen möchten. Über Windhoek ein Tafel Lager zischen – da geht wenig drüber.
Weil alle in Deutschland übers Wetter reden, möchte ich das auch noch mal vertiefen. Bei uns hats geregnet, schon die vorletzte Woche und so fängt hier alles an zu grünen. Das ist wirklich ein Ereignis und verblüffend wie schnell sich die Landschaft hier verändert! Ich hoffe, dass noch mehr kommt, denn von dem Regen, so viel steht fest, werden wir hier lange zehren müssen.
Chakalaka,

